Nautisches Wörterbuch

Ein nicht ganz ernst gemeintes Nachschlagewerk von Gernot Firsching

 

Ablegen

Aufforderung an die mitsegelnde weibliche Landratte, es sich ohne Bikini auf dem Vordeck bequem zu machen

Backbord

Brettchen, auf dem die Bordfrau den Teig für die morgendlichen Croissants ausrollt.

Cockpit

  1. Arbeitszentrum für eine Düsenjägercrew
  2. Entspannungszentrum für eine 'Jägermeistercrew'

Durchsetzen

Meist vergeblich vorgenommener Versuch des Skippers, Frau und Schwiegermutter vom ostentativ geforderten Urlaub im Gebirge abzubringen.

Ebbe

Zustand in der Geldbörse des Skippers bei Törnende.

Fender

Elastische Gummipuffer, die ständig auf Bootsausstellungen nachgekauft werden müssen, weil sie

  1. permanent über Bord gehen und
  2. ständig Luft verlieren, aber nicht aufgeblasen werden können, weil nur der Hersteller die entsprechenden Adapter für die Luftpumpen besitzt

Glasen

Veränderung des Blicks des Rudergängers nach dem Genuss mehrerer Gläser Hochprozentigem. Bei acht Glasen droht der kompletten Crew der Blackout.

Hundekoje

Aufbewahrungsort für den Navigator während eines Nachttörns, sofern er sich dort zusammen mit dem elfjährigen Dobermann verträgt.

Jollenkreuzer

Hochseetaugliches Fahrtenschiff für Einhandtörns der Schwiegermutter.

Katamaran

Aus dem südostasiatischen Raum stammender Zweirumpfer mit Chamäleon-Eigenschaften. So schafft es ein Katamaran, sich nach dem verpatzten Ausweichmanöver einer Achttonnen-stahlsegelyacht innerhalb kürzester Zeit völlig gefahrlos in zwei etwa gleichgrosse Kajaks zu verwandeln

Luv

  1. Unter Deck: Schiffsseite, auf der sich Schubladen und Schapps öffnen.
  2. Über Deck: Schiffsseite, auf der Seekranke und Blasenschwache nichts zu suchen haben.

Marina

Aus dem Amerikanischen stammende Bezeichnung für konzessioniertes Abzocken von Bootseignern.

Nagelbank

Ort, an dem der Navigator zwecks Überdenkens seiner letzten Kursangaben verharren muss.

Opti-Rigg

Takelungsart nach Durchfahren einer geschlossenen Brücke mit stehendem Mast.

Poller

Endstation aufgefierter Jollenbäume

Endstation des Lackanstrichs von Yachten

Querab

Zielhafen, der wegen der Tidenströmung nicht mehr erreicht werden kann.

Ree

Urschrei jedes Rudergängers. Löste schon zu Beginn dieses Jahrhunderts den bis dahin gültigen Ruf „Rummmm!“ ab, weil die Mannschaftsmitglieder anstatt die Segel zu bedienen allzu oft in die Kombüse stürmten, um sich am Ausschank anzustellen.

Seele

Landfeiner Ausdruck für das, was die Crew auf einem Kreuzkurs gegen sechs Beaufort von vorne und vier Knoten Strom von achtern auf umgekehrtem Wege durch den Hals von sich gibt.

Totholz

Ausrüstungsgegenstand, mit dem (auf hier nicht näher beschriebenen Weise) Rudergänger, Navigator oder Schwiegermutter nachhaltig zum Schweigen gebracht werden können

Übertakelt

100 Kilo-Schwiegermutter im Escada-Kostüm.

Verdrängung

Platz, den die Schwiegermutter unter Deck einnimmt.

Winschkurbel

Bevorzugtes Züchtigungsinstrument.

Yachtmakler

Konzessionierte Landpiraten.

Zuhalten

Reaktion eines vom Verdursten bedrohten Rudergängers angesichts der Ansammlung hinlänglich bekannter Reklameschilder in einem Hafen. Obacht! Dadurch wird der Rudergänger keinesfalls automatisch zu Zuhälter.